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31.10.2018

Mitten in Westfalen - hier bei uns?

Jugendliche aus dem Jugendcafé Ilex beschäftigen sich mit den Spuren des 1. Weltkrieges in Hüllhorst und Umgebung

Unweit vom Jugendcafé entfernt steht ein Kriegerdenkmal des 1. Weltkrieges. Viele kennen es und gehen täglich daran vorbei.
Woran soll es erinnern und zu welchem An-bzw. Gedenken möchte es aufrufen? Fünf Jugendliche aus dem Jugendcafé Ilex haben sich mit diesen Fragen auseinandergesetzt.

In Siegespose, mit geballter Faust und erhobenem Haupt steht er dort, Sinnbild eines starken, unversehrten Soldaten. Die Bildtafel darunter fordert den vorbeiziehenden Wanderer auf, in Andacht zu verweilen und von den in Treue zur Heimat gefallenen Männern zu gedenken und davon zuhause zu künden.
Aber kamen die Soldaten am Ende des Ersten Weltkrieges wirklich stolz zurück, mit erhobenem Haupt, wie der Soldat auf dem Sockel.
Die Jugendlichen begannen zu hinterfragen und zu überlegen, welchen Sinn dieses Denkmal heute noch hat und hielten ihre Eindrücke zunächst mit Fotos und Sprachnotizen fest.
Dann ging es weiter zum ehemaligen Kriegsgefangenenlager in Minderheide. Der freiberufliche Historiker Norbert Ellermann informierte über die Umstände unter denen die Menschen dort lebten, sowohl über die Gefangenen als auch über die Wachmannschaft. Anschließend war der sogenannte Franzosenfriedhof ein Ort, der einen weiteren Aspekt dieses Krieges den Jugendlichen durch Informationen von Seiten des Historikers deutlich machte.

Gefängniszelle
© Jugendförderung Hüllhorst

Nach einer wohlverdienten Pause und „Check- in“ in die Gefängniszellen des alten Amtsgerichtes in Petershagen, wurde am Abend das Theaterstück Weltenbrand besucht. Die drei Schauspieler der Theatergruppe Axensprung zeigten sehr eindrucksvoll wie der Krieg von einem jungen Mann als Soldat erlebt wurde. Die Veränderung des Protagonisten vom stolzen, mutigen und kampfbereiten jungen Soldaten hin zu einem traumatisierten, verwundeten und verzweifelten Mann, machte die Wirklichkeit dieses grausamen Krieges deutlich. Für die Jugendlichen war die Diskrepanz zwischen der Darstellung des Soldaten in Hüllhorst und das Erleben des Soldaten auf dem Schlachtfeld deutlich ersichtlich.

(Auf dem Foto: Jugendförderin Gemeinde der Hüllhorst Franziska Homann, Kreisjugendförderin Dörte Heger, Bildungsreferentin des Volksbundes Hanna Hittmeyer, die Teilnehmer*Innen Lisa, Merle, Sara, Leonie und Tim)

Weltenbrand 1
© Jugendförderung Hüllhorst

Nach einer abschließenden Diskussionsrunde mit den Schauspielern nach dem Theaterstück war es dann auch Zeit für ein unbeschwertes Zusammensein.

(Auf dem Foto: Schauspieler Michael Bideller und Oliver Hermann von "Weltenbrand", Franziska Homann von der Jugendförderung Hüllhorst, Hanna Hittmeyer vom Volksbund mit den Jugendlichen Tim, Merle, Sara, Lisa und Leonie)

Am nächsten Tag wurden dann alle Eindrücke des Vortags gesammelt und gesichtet. Es entstanden ein E- Book und ein Kurzfilm und es war ausreichend Zeit, entstandene Fragen zu klären und zu diskutieren, in wie weit erinnern sinnvoll ist und wie es möglich ist, dass sich derartiges nicht wiederholt.
Zusammen wurde auch überlegt, ob weitere gemeinsame Aktionen von der Gruppe geplant werden, wie beispielsweise eine Aktion zum Volkstrauertag am 18. November.

Der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. hat dieses Wochenende in Zusammenarbeit mit der Kreisjugendförderung und der Jugendförderung der Gemeinde Hüllhorst geplant und durchgeführt. Gefördert wurde dieses Projekt von der Landeszentrale für politische Bildung.

Hüllhorst, 29.10.2018

Der Bürgermeister
gez. Rührup